
Das Bahá’í-Frauenforum (http://www.bahai.de/deutsche-gemeinde/aktivitaeten/bahai-frauenforum/) hat sich vor 11 Jahren gegründet, um die Rolle von Frauen in der Gesellschaft zu stärken und Männer und Frauen in ihrer Entwicklung zu gleichberechtigten, gleichwertigen und einander ergänzenden Mitgliedern der Gesellschaft zu unterstützen. Es hat sich in diesem Jahr das Thema Mädchenrechte/Mädchenpower auf die Tagesordnung gesetzt. Es greift damit das Thema der UN-Frauenrechtskommission auf, das im März diesen Jahres auf einer internationalen Konferenz behandelt wurde: „Beseitigung aller Formen von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Mädchen“. Eine der beiden Delegierten der Bahá’í-Gemeinde, die 16-jährige Behnaz Nicoubin, berichtete von ihren Erfahrungen, z.B. von dem tollen Gefühl, mit einem Delegiertenausweis ohne Kontrolle ins UN-Haus einfach herein gehen zu dürfen, aber auch von spannenden Diskussionsrunden mit Mädchendelegierten aus allen möglichen Ländern über die Themen der Konferenz.
Es folgte eine Informationseinheit über die Situation von Mädchen weltweit und in Deutschland, in der sich zeigte, dass es auch in einem scheinbar so weit entwickelten Land wie Deutschland auch immer noch Handlungsbedarf gibt, um die Benachteiligungen von Mädchen abzuschaffen, beispielsweise in bestimmten Ausbildungsberufen oder Studiengängen. Auch die wichtigsten Forderungen der UN-Frauenrechtskommission wurden präsentiert.
Anschließend wurden zwei Arbeitsgruppen angeboten. Die eine beschäftigte sich mit dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz, das europaweit gleiche Richtlinien gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung u.a. etablieren soll. Die Referentin Karin Hopfmann, ehemalige flüchtlingspolitische Sprecherin im Abgeordnetenhaus von Berlin, informierte sachkundig über die wichtigsten Inhalte, die Schwachstellen und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Viele der Regeln wurden nachträglich verändert, so dass es für Betroffene sehr schwierig wird, dagegen vorzugehen. So z.B. im Fall des Wohnungsmarktes: Das ursprüngliche Verbot, jemanden aufgrund seiner ethnischen Herkunft als Mieter abzulehnen wurde durch Ausnahmeregelungen aufgeweicht. Vermieter, die nur bis zu 100 Wohneinheiten vermieten, dürfen sich eine Ablehnung vorbehalten. Andererseits wurden die Teilnehmerinnen auch über mögliche Anlaufstellen informiert, falls sie selbst von Diskriminierung betroffen werden oder auch andere dorthin weiter vermitteln können. Für künftige Kulturmittlerinnen gehört dies zum unbedingt notwendigen Fachwissen.
Die zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit Rollenvorbildern für Mädchen heute. Anhand der eigenen Biographien wurde unter Anleitung der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Ruth Grünbaum, die gleichzeitig Mitglied des Bahá’í-Frauenforums ist, ein Austausch darüber angeregt. In dieser Gruppe nahmen auch einige Schülerinnen im Alter von 14-16 Jahren Teil, die aufgrund des Girls Days zu der Lernhausveranstaltung dazugekommen waren. Es stellte sich heraus, dass für die meisten Mädchen immer noch ihre Mütter die wichtigsten und prägendsten Vorbilder sind. Sie nehmen ihre Mütter jedoch keineswegs nur in der Mutterrolle wahr, sondern auch in ihrem beruflichen Engagement und haben ein Bewusstsein für die Schwierigkeiten, beides miteinander zu vereinbaren.
In einer gemeinsamen Schlussrunde wurden die wichtigsten Ergebnisse aus beiden Gruppen ausgetauscht. Folgende Erklärung wird vom Bahá’í-Frauenforum an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend weitergeleitet: